Geschichte - Lohe

Direkt zum Seiteninhalt

Hauptmenü:

Geschichte

Über Lohe

1313 - Urkunde bürgt für das Alter von Lohe
Die Hubertuslegende der Ritter de Lo
Die Schützenbruderschaft und der Ort Lohe sind entstanden aus der uralten Verehrung des Orts- und Kapellenpatrons St. Hubertus.
Die Überlieferung mag darin recht haben, dass die "Ritter de Lo" schon vor dem 12. Jahrhundert hier eine Hubertusverehrung eingeführt haben. Dass die Jäger hier Hilfe gegen den Biss toller Hunde gesucht haben, dass hier an heiliger Stätte das Brot gesegnet wurde, dass man den von tollen Hunden gebissenen Menschen und auch dem Vieh eingab. Der Hubertusschlüssel wurde hier aufbewahrt, glühend gemacht und auf die entsprechende Wunde des Gebissenen aufgelegt. Die alte Linde vor der Kapelle bezeichnete eindeutig die alte Malstätte, wo die Siedlung ihren Anfang nahm.
Im Jahre 1324 schenkte Goswin Schlingworm (auf Bitten des Priesters Johann Scele) einen Teil seiner Güter, genannt RUVESLO, dem Abte Heinrich und Kloster Bredelar, welches das Besitztum dann der Äbtisstin Gertrud und Kloster Benninghausen verkaufte.
Im nämlichen Jahre verkaufte Goswin selbst eine Hufe (unum mansum agrorum nominat Rudeslo = eine Hufe Acker genannt Rudeslo) dem Kovente zu Benninghausen mit Bewilligung des Probstes Werner, des Dekans Ludolf und des Domkapitels zu Paderborn sowie des Domscholasters Friedrich von Rietberg zu dessen Obedienz (Gehorsam) in Osthem. Diese Güter gehörten under der Bedingung dem Kloster, dass dasselbe jährlich 5 Solidi Paderborner Denare dem Kanonikus zahlen sollte.
Um 1324/25 schenkte der Pfarrer Johann zu Benninghausen gegen Vorbehalt der lebenslänglichen Einkünfte dem Kloster eine Hufe zu RUVESLO, welche einst Schlingworm besaß.

1343
Im Jahre 1343, am 02. Mai, bekennt Wilhelm von Alype (=Alpe) nebst den Angehörigen vor dem Freigrafen Bernhard von Herveld und dessen Äbtissin und dem Konvent des Klosters Benninghausen für eine Summe Geldes verkauf und übergeben habe.

1357
Im Jahre 1357 verzichtete Johann, Sohn Herbords von Hervelde, genannt von Odinchtorpe, für eine ihm überwiesene Summe Geldes auf alle Ansprüche an dem Gute "zu der lükten Alpe" zugunsten des Klosters Benninghausen.

1500 - Einer der ältesten Bauernhöfe des Kreises
Äbtissin Anna von Ketteler hat in ihrem Höferegister die jährlichen Abgaben des Menninghaofes neu festgelegt. Danach hatte der Hof alljährlich zu liefern 1/2 Malt Roggen, 10 Mudde Hafer, 6 Hühner und 2 schilling an barem Geld. Außderdem konnte das Kloster den Hofbesitzer zu zwei Spanndiensten mit Knecht und Pferden heranziehen.
Mennings Hof wird ohne Zweifel seinen Namen von einem der Inhaber erhalten haben, dessen Vorname im Zeitalter der Entwicklung der Doppelnamigkeit als Familienbezeichnung fest wurde und später auch als Hofname übernommen wurde. Da die Stammesendung "-ing" und "-ung" das Sohnes- und Verwandtschaftsverhältnis ausdrückt, heißt deer name Menning: Hof der Sippe des Herrmann.
Für diese Namendeutung spricht aud der erste urkundlich bezeugte Vertreter des Menninggeschlechtes. Es ist der kurz nach 1500 erwähnte Johann Hermene.

1519 - Das Geschlecht derer "von Berswordt"
Konrad von Berswordt, Ahnherr der Soester Linie und der Erbbesessenen zu Lohe, wird als Mitglied einer angesehenen Patrizierfamilie von 1519 bis 1520 als Ratsherr in Dortmund gewählt.
Als Dortmund infolge der großen Fehde 1388/89 finanziell zusammenbrach, hatten viele Patrizier die Stadt verlassen, darunter auch einige Berswordts, die als hansekaufleute nach Flandern gingen.
Doch erst 1522 zog auch Konrad von Berswordt, wie viele angesehene Familien vorher, nach Soest. Er erwarb das Bürgerrecht und heiratete die Tochter einer Soester Patrizierfamilie, Kahtarina von Gresemund, mit der er die noch heute blühende Linie Soest gründete.
Es gelang Konrad, bereits 1526 in den Soester Rat gewählt zu werden, wo er gleich in das höhere Amt des Rentmeisters kam.

1570
Die Geldrente für den Menningshof wurde erneut um 10 Schilling erhöht und der Pächter verpflichtet, dem Kloster zu den schon bestehenden Abgaben alljährlich ein fettes Schwein zu liefern. nach Festlegung der jährlichen Gefälle und Dienste spricht einmal die Äbtissin die Vermutung aus, dass der Menningshof füher einmal größer gewesen sei, "moht velle verkommen syn"!

1571
Im Jahre 1571 scheint der mehrfach erwähnte Heinrich Menne verstorben zu sein. er hinterließ 5 Kinder. Bei der von der Äbtissin Margarete von Merfeld 1566-1567 vorgenommenen Absprache wegen der Kinder wurde in Vorschlag gebracht, einen Teil des hofes zu verdingen und den Kindern von dem Gute ein "Afdeel" zu geben. Als Zeugen treten auf Steffen Holle und Simon Krylken.

1576
Inzwischen gewinnt neben dem Menningshof, der ja zu Erwitte gehörte, auch das zu Meschede zählende Gut Rudolfslohe an Bedeutung.
Der älteste Sohn Konrad von Berwordt wird 1576 Bürgermeister in Soest, er heiratete landadelig und erwarb durch Kauf das Gut Rudolfslohe, das nicht weit vom Südrand des Dorfes Lohe im Amt Oestinghausen, Kreis Soest liegt, und zwar dort, wo südlich des Dorfes Lohe von der Strße Lohe-Wiggeringhausen ein direkter Weg Lohe-Horn abzweigt. Dies ist aus dem Familienarchiv der Familie Berswordt ersichtlich.

1587 - Lohe und der Haupthof und Horn
Der ehemals zu Meschede gehörige Haupthof in Horn war mehr und mehr in den Besitz der Verwalter übergegangen. Die ältesten Verwalter hießen vielfach Rudolfus, woher sich vielleicht auch die einfachste Deutung des Wortes Lohe ableiten lässt: Rudolfloe, d. h. Ort des Rudolfus.
Das Gut Horn umfasste 18 Hufen, wozu noch 18 weitere abgabepflichtige Hufengüter kamen. Im 14. Jhd. war es Besitz der Familie von Mellrich, kam von diesen an die Familie von Beringhausen und im Erbgange an die von Ovelacker zu Grimlinghausen-Gevelinghausen.
Das Stift Meschede verkaufte 1587 das Gut an Johann von Ovelacker für 1400 Reichstaler, behilt sich aber vor, ihm eine Erbpacht von 2 Malt und 1 mod. Roggen und 11 1/2 Malt Hafer zu zahlen, die Ovelacker auf eigene Kosten nach Meschede schaffen musste.

1603
Als Johann von Ovelacker auf dem Gute Horn seinen Verpflichtungen nicht mehr nachkam, bot Johann von Berswordt auf Rudolfslohe dem Stift Meschede die Kaufsumme an. Daraufhin wirde ihm 1603 das Gut Horn nebst den Hufen und "allem Recht und Gerechtigkeiten, Weinkauf und allem, was wir daran gehabt" überlassen, so dass der "fortan sein Bestes tun könne ohne des Kapitels Einrede und Behinderung". Doch auch Johann musste die Kornpacht an das Stift abliefern.

1609
Konrad von Berswordt zu Rudolflohe - wie Lohe ja genannt wurde - ersteht im Jahre 1609 einen Teil des Haupthofes in Horn.
1609 hatte Konrad von Berswordt zu Rudolfslohe den Hof in Horn gekauft. Einen Teil des Hofes erstand er von Kaspar Ovelacker für 9100 Reischstaler, den anderen Teil im Jahre 1618 von Kaspar Dietrich zu Schorlemer für 4450 Reichstaler. Die Herren von Berswordt haben den Hof stückweise verpachtet. Als Pächter der dazugehörenden Länderein werden u. a. Caspar Steinmann und Albert Hatzhosel genannt.

1632
Auf Seiten der katholischen Liga erwarb sich Gottfried Heinrich Graf zu Pappenheim im Dreißigjährigen Krieg durch eigenmächtiges kühnes Vorgehen einen berühmten-berüchtigten Ruf. Er erhielt vom Kaiser den Ritterschlag und ein eigenes Heer von 8000 Kürassieren, die durch ihr sprichwärtliches Draufgängertum als "Pappenheimer" bekannt wurden.
Im 1632 unternahm Pappenheim von Paderborn aus einen Zug in die Niederlande, um den Spaniern im belagerten Maastricht zu Hilfe zu kommen. Am 22. Juli 1632 liegt General Pappenheim in Lohe in Quartier und schreibt von hier aus an die Stadt Soest. Er fordert 2000 Paar Schuhe, 50000 dreipfündige Brote und 40 Fass Bier, "Wie wir mit unserer Armee nächster Tage an der Stadt vorbeimarschieren".
Von den Niederlanden aus ging er in Eilmärschen zurück und fiel im November mit Gustav-Adolf in der Schlacht bei Lützen.

1649
Während der ständigen Kriegsgefahr in den Jahren 1618 - 1648 hat kein Bischof oder Weibischof die Horner Pfarrei aufgesucht. Aber gleich nach dem Westfälischen Frieden in Münster unternahm der Paderborner Weibischof Bernadus Frick 1649 im auftrag des Kölner Kürfürsten und Erzbischofs eine Visitationsreise durch das kurkölnische Sauerland. Er weihte von neuem die Kirchen und Altäre und füllte die entleerten Altargärber mit neuen Reliquien, so auch die neuen Altäre in Horn, Schallern, Schmerlecke, Böckum, Eickelborn und Lohe.
"Am 30. Juni 1649 hat Weibischof Bernardus Frick einen Altar in der Kapelle zu Lohe geweiht - Ad honorem Sti. Petri Apostoli et Sti. Huberti Episcopi et Conf. - zu Ehren des hl. Apostels Petrus und des hl. Bischofs und Beknners Hubertus." Die Loher Kapelle hat also eigentlich zwei Schutzpatrone. Aus diesem Grund wurde am 29. Juni, dem Namensfest Peter und Paul, gefeiert. Erst 1953 wrude es, weil der 29. Juni kein gestetzl. Feiertag mehr war, auf den darauf folgenden Sonntag verlegt.

1672
In Lohe regieren die Herren von Berswordt umso eifriger gemäß des Vertrages von 1603 "mit allem Recht und allen Gerechtigkeiten". Sie sind so stark, dass sie vor Übergriffen und Eigenmächtigkeiten nicht zurückscheuen und von allen Seiten Protest und Aufruhr ernten.
Der Richter von Erwitte berichtet 1672, dass "der von Berswordt absolut Herr in Horn sein will".
Rudolfslohe vererbte sich von Bürgermeister Konrad über dessen Sohn Konrad, über Hildebrand und Johann Albert auf Johann Bernhard Wilhelm, der sich Herr auf Rudolfslohe und Horn nannte.

1690
Zu Ende des 17. Jahrhunderts belangt der Herr von Friesenhausen die Besitzer von Berswordt wegen der gesetzlichen Vorrechte des Erbteils seiner Schwiegermutter.
Für die Zeit des 30jährigen Krieges liegen bisher keine Nachrichten über den Menningshof vor. Erst 1698 taucht der Name wieder auf, als beim Tode der Hausfrau am 22. Mai druch Johann Kellerhauß, Schreiber zu Benninghausen, eine Inventuraufnahme stattfindet.

1700
Der langwierige Prozeß Friesenhausen-Berswordt ging erst Anfang des 18. Jahrhunderts zu Ende. In dem Urteil wurde der Hof zu Horn für 10.000 Reichstaler den Herren von Friesenhausen zuerkannt. Sie übertrugen ihn aber gleich wieder für denselben Preis an die Herren von Plettenberg-Lenhausen, -die somit auch in Lohe Land erhielten.

1706
Schon 1706 erscheint der ehemalige Gerd Buse als Gerd Menne in den Akten und führt als Menningbauer in Erwitte einen langwierigen Prozeß gegen Franz Simon von Lohe, heute Wiek. Beide Bauern scheinen mit typisch westfälischer Zähigkeit ihre Sache durchgefochten zu haben. Streitobjekt waren meist Meinungsverschiedenheiten über den Grenzverlauf, über Gräben, Hecken und überstehende Bäume.

1738
Auch heute noch spiegelt sich ein Stück Ortsgeschichte in den wenigen alten Fachwerkäusern und Inschriften wieder, die dem Erneuerungssturm der letzten 60 Jahre entgangen sind.
Aus dem alten Wohnhaus Diers existieren noch Balken-Kopfbänder mit Rankenmuster, die wieder in die neue Verranda eingebaut wurden. sie tragen die Aufschrift "Anno 1738" und ist damit die bisher älteste, nachgewiesene Jahreszahl an Loher Gebäuden.

1745
Das wohl älteste Loher Fachwerkhaus ist das beispielhaft restaurierte Gebäude am Dreieck. Über dem Deelentor befindet sich die Inschrift: "Franziscus Wilhelmus Gurris und Anna Dorothea ... Eheleute haben dieses Haus aufsetzen lyden ... März 1745".

Das Ende des Rittergutes Lohe
Nach Johann Bernhard Wilhelm sind beide Güter, also Horn und Lohe, nicht mehr in den Händen der Familie. Rudolfslohe wurde in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts verkauft und zwar zu einem Teil von Johann Bernahrd Wilhelm, zum anderen restlichen Teil von dessen Sohn Franz Anton. Durch diese Verkäufe ging Lohe als Rittergut unter.

Druch Franz-Joseph Ludwig von Berswordt wird der Loher Familienast nach Schlesien verpflanz, wo er im 18. Jahrhundert in Sagan wieder auftaucht.

Theodor Grundmann (1899) erzählt vom Untergang des Hauses Berswordt eine Legende, die er vom "alten Schültken" hat:
"Zwischen dem Anwesen der Berswordts und der Kapelle befand sich auch ein langgestreckter Forellenteich. Zu Anfang des 18. Jahrhunderts nun, als die Berswordts sozusagen 'auf der Kippe' standen, sind die beiden Maitressen der Familie - zwei alte Damen - regelmäßig von Plaß, was ja wohl Platz, Hauptplatz oder Herrenplatz heißt, über eine Holzbrücke über den Forellenteich direkt über Schnitkers Gelände zur alten Kapelle gegangen. Eines Tages bleiben sie nachdenklich auf der Brücke stehen und grübelten über ihre finanziellen Schwierigkeiten. Nachdenklich und in einer Art von Galgenhumor warf die einie einen kostbaren Ring ins Wasser: 'So sicher wie dieser Rings wieder ans Tageslicht kommt', sagt sie, 'so sicher gehen auch die Berswordt unter'. Kaum ein Jahr später fischte der Koch den Forellenteich ab und fand den Ring im Magen eines Fisches."

Die Jahre 1801 bis 1945

1804
Aufhebung des Klosters Benninghausen und Abgabe der letzten Parzelle auf der Alpe, die noch heute "lütke Alpe" heißt.

1805
Gut erhaltener Spruch über dem Original-Deelentor an der Nordseite bei Neuhaus auf der Heide: "Johannes Casperiius Schnir hat dieses Haus euferbauen lassen mit seiner Schweiter Gedrudis Schnir im 1805 den 6 August O Got für Wassernot und Föurglut wollest uns bewaren".

1820 Lohe im Kirchspielschützenverein Horn
In Horn bestand schon ein Kirchspielschützverein, aus dem sich nach und nach die einzelnen Vereine und Bruderschaften zur Selbstständigkeit lösten, zunächst Berenbrock, Schallern und Böckum, - vielleicht aber auch scon in Lohe. Heißt es doch in den Statuten der Schützenbruderschaft St. Hubertus Lohe, dass schon 1834 zu diesem Fest eine  Fahne angeschafft wurde. Was die Schlußfolgerung zuließe, dass man schon ein paar Jahre früher - noch ohne eigene Fahne - gefeiert hätte ...

1831
Ein Spruch bei Vielberg an der Westseite der ehemaligen Scheune, jetzt unter dem Stallvorbei, datiert aus dieser Zeit: "Laß o Herr Gewächs und Saaten zu unsrer Wohlfahrt wohl gerathen Bewahre sie von Jahr zu jahr, unsre Saat bleibt immerdar."

1833
Der Kaufvertrag des Hauses "Loher Str. 16" wurde noch mit drei Kreuzchen zwischen Averbeck und Bendix unterzeichnet.

1834
Gründungszeit der Schützenbruderschaft St. Hubertus Lohe

1836 erste Urkunde des Loher Vogelschießens
"Dem Col. Plass zu Lohe wird hiermit die Erlaubniß erteilt am Mitttwoch den 29-ten bei Gelegenheit des Vogelschießens Tanzmusik in seinem Hofe mit beendigtem Gottesdienste ausnahmsweise bis 12 Uhr Mitternacht, nicht länger, halten zu dürfen, es werden jedoch demselben alle hiermit verbundenen Vorschriften zur strengsten Pflicht gemacht bei Vermeidung von Strafen für 23 sgr. 1 Pfg. sind zur Armenkasse Horn zu zahlen, desgleichen bis zur Polizeistunde nicht länger, weiter 11 sgr. 6 Pfg. zu derselben Kasse zu zahlen sind."

Weslarn, den 28. Juni 1836
1848
Zu den Bauernhöfen der Börde und damit auch zu Lohe gehörte ein eigenes Backhaus, das Backs. Diers Backs, noch heut gut erhalten, wurde 1848 erbaut. Die Inschrift hat durch abziehenden Rauch gelitten, ist jedoch bis auf wenige Buchstaben noch deutlich zu rekonstruieren:
Eintracht Lieb Zufriedenheit
gibt uns Brot und Seligkeit
Franz Filthut und Ter... Ehl. 1848 den 18. J. ...

1914 Der erste Weltkrieg
Am 28.06.1914, am ersten Tag des Loher Schützenfestes, das traditionell noch immer zu Peter und Paul gefeiert wurde, fallen in Sarajewo, die tödlichen Schüsse für den österreichischen Kronprinzen, die zur Ausläsung des Ersten Weltkrieges führen.
Am 01.08. geschiet die Kriegserklärung Deutschlands an Russland als Antwort auf dessen Mobilmachung. Aus Lohe wird fast jeder männlche Bürger bis zum 45. Lebensjahr eingezogen.

1915
Auch im rein landwirtschaftlichen Geschehen der Gemeinde Lohe spürt man den Krieg. Es fehlt an Arbeitskräften und Material, dafür kommen Plünderer zum Teil von weit her, manchmal mit dem Zug aus dem Ruhrgebiet, um vor allem Feldfrüchte, aber auch Fleisch zu tauschen, zu "hamstern" oder zu stehlen.
Schon im ersten Kriegsjahr bleibt der Berufssoldat Gottfried Schulte aus Lohe im Felde. Die Ehrentafel verzeichnet in den folgenden Jahren noch die Namen Kaspar Schnittker, Franz Schulte, Peter Luhmann, Stefan Hesse und Fritz Peters.
Weiter Loher werden eingezogen - auch wer eigentlich den elterlichen Hof zu versorgen hat.

1917
In Lohe mehrten sich - die Hamsterer, die in überfüllten Zügen aus dem Kohlenpott kamen, um Lebensmittel zu besorgen. Sie waren so erfolgreich, dasssie alles gar nicht allen zum Bahnhof Horn transportieren konnten. Gern halben den Fritz Berglar-Luse und Clemens Grundmann aus, die mit Lusen Esel die Sachen zum Bahnhof beförderten und dafür ein paar Groschen erhielten. Oft gab es dann am Bahnhof Ärger mit der Polizei, die die Sachen den Hamsteren wieder abnehmen wollte. Es war ja nicht alles licht- und lupenrein. Und wie oft haben wohl die Jungen einen Sack Getreide von der Kornbühne der Alten gescheffelt, wenn sie dafür Geld, Zigaretten oder Schmuck bekamen?

1923
In Lohe wurde aufgrund der Nachwehen des ersten Weltkrieges, der Inflation, kein Schützenfest gefeiert.

1930 Die Separation
In Lohe wird wegen der Maul- und Klauenseuche kein Schützenfest gefeiert.

Separation
In den Jahren 1928 bis 1932 wurde in Lohe die vom preußischen Staatsmann Frh. von Stein vor fast 100 Jahren eingeleitete Flurbereinigung - Separation genannt - durchgeführt. Als freue Unternehmer führten Lammert und Maut aus Hamm die Arbeiten für die Gemeinde Lohe aus. Die Loher Landwirte stellte Gespanne mit zwei Pferden und einen Knecht. Tagelöhner und Arbeitslose konnten sich kurzzeitig verdingen. Sie erhielten 3,00 DM pro Tag bei eigener Koste, die Gemeinde zahlte lediglich Klebe- und Krankengeld. zu den Arbeitern aus Lohe zählten u. a. die "Neuhäuser", Clemens Grundmann und Heinrich Lange.
Einerseits, als 1930 die neuen endgültigen Pläne vorgelegt wruden, gab es viel Ärger und Streitereien, weil sich fast jeder benachteiligt fühlte. Andererseits, was Straßenführung und Wirtschaftswege, Entwässerung und Abflußgräben anbelangt, erhielt die Gemeinde Lohe in dieser Zeit ihr heutiges, doch recht modernes Design.

1934 Die Schützenbruderschaft feiert 100jähriges Jubiläum
Zum 100jährigen Jubelfest waren bei strahlendem Sonnenschein alle Nachbarvereine angetreten. Fahnennägel und zahlreiche Glückwünsche gingen bei der Schützenbruderschaft St. Hubertus Lohe ein. Die damalige Festansprache hielt Lehrer Drebber, der in Ostinghausen die Loher Kinder unterrichtete.

1939 Der zweite Weltkrieg
Am 01.09.1939 marschierten deutsche Truppen in Polen ein. Somit begann der zweite Weltkrieg. Auch die wehrtüchtigen Loher wurden unmittelbar eingezogen. Sehr erfreut und überrascht waren sie, als sie zum ersten Kriegsweihnachtsfest ein Päckchen bekamen. Es war von den damaligen Schulkindern gepackt, mit Neujahrsglückwünschen versehen und zu allen Lohern ins Feld geschickt worden.

1940 - 1945
Die Kriegsjahre waren eine harte Zeit. Fast alle Loher waren eingezogen worden. Im landwirtschaftlichen Lohe behalt man sich mit Steckrüben und Rübenkraut, mit Balkenbrand und Eigenheimer. Man hatte auch unter den vielen Hamsterern zu leiden, blieb jedoch von allen Kriegseinwirkungen verschont.

 
Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü